Stadtmuseum Rapperswil

Eigentlich wollten wir gar nicht dahin. Eigentlich gings uns nur ums etwas die Beine vertreten.

Eigentlich ist’s ganz gut so.

Wir wollten ins tiefverschneite Rapperswil, etwas am See flanieren, etwas die Leute beobachten, eventuell ins Schloss, das wir von hier kennen, mal 1:1 begucken.

Die Hinfahrt gemütlich über den Damm genommen und sogar darauf gerastet- hats hier wirklich schöne Plätze zum verweilen, und die Natur ist grossartig. Trotz Autos und Zügen links und rechts haben wir wunderbare Örtchen gefunden- im Sommer sicher bevölkert.

Dann in Rappi parkiert und Seequaiflaniert. Dank des Wetters hatte es nicht so viele Leute, richtig angenehm. Bei der Badi ritt mich der Teufel- manchmal kann ich halt nicht anders.

Dies kam so: Ich seh so ein Rohr mit Trichter aus dem Boden ragen. Sieht man oft auf Kinderspielplätzen. Das Rohr geht unterirdisch weiter und kommt ein paar Meter weiter oben wieder raus. Da hats auch einen Trichter. Da kann man reinsprechen und die Person, welche auf der anderen Seite steht, kann dich verstehen und antworten. Ich sag dem Ding „Driigaagiteil“. Kommt glaub vom Schiffsverkehr, wo der Käptn von der Brücke die Befehle an den Maschinenraum weitergibt (noch nie bei Titanic mitgeheult?).

Nun gut, da kam eben der Teufel angeritten, und in mir reifte was an. Da der einte „Lautsprecher“ direkt an der Seepromenade war, und der Andere vier Treppen höher, war dies nochmals eine Challenge besser. Also zügig die Treppe hoch und vor den Trichter gestellt. Dann auf Fussgänger gewartet- Da kamen schon zwei Damen, welche sich angeregt unterhalten haben, am unteren Sprachrohr vorbei. Es entfuhr mir ein tiefes, grolliges „Hallo“- dies stiess ich kräftig in den höher gelegenen Trichter, und souverän tönt es am andere Ende, gerade als die zwei Frauen daran vorbeispazieren.

Hihi.

Es war lustig, weil sie nicht wussten, woher das „HALLO“ gekommen ist, und die einzigen Personen in ihrer Nähe weit oben ausser Rufweite waren und sich kugelten sich vor Lachen. Hää?

Dies war sicher nicht im Sinn des Erfinders des Teils- hey, so what. Gelegenheit macht mich zum Schlingel..

Voll von Glückshormonen und schmerzenem Zwerchfell auf dem Hügelkamm angekommen wollen wir das Schloss entern. Polenmuseum? Naja- wennsdennseinmuss. Am Anschlag stand, dass die Öffnungszeiten gleich beginnen. Kool. Da aber auch nach zehn Minuten nichts ging, und das Schloss sich uns (und auch einigen anderen) versperrte, beschlossen wir, nach Besuch der speziell gekachelten Kirche und dem hübschen Beinhaus mit den schönen Zeichnungen, gemütlich in die Altstadt zu schlendern.

Da schimmert uns plötzlich ein neuer Bau entgegen- goldig und voller Löcher! Wie ein riesen Lochstreifen. Eigentlich völlig unpassend. Aber doch nicht. Ist sehr schwer, dies zu beschreiben, das muss man sich selber angucken gehen. Mehr aus Suche nach Wärme als nach einem Stadtmuseum (staub-staub) gingen wir rein, denn dieses Gebäude hat mich fasziniert. Als Verbindungsbau zwischen Stadthaus und Wohnturm aus dem Mittelalter fasziniert es uns in den kommenden zwei Stunden völlig- es ist so einfach wie praktisch und genau das Richtige. Man kann über vier Stöcke vom Turm zum Haus switchen, im Mittelteil Treppen erklimmen und dann wieder ins Mittelalter eintauchen. Die Exponate sind wie halt die einer Stadtgeschichte sind. Aber hier sind sie durch den den im 2011 archidektonisch ausgezeichneten „Janus“ Verbindungsbau zum Erlebnis gemacht worden. Man steht in einem wunderschönen alten Saal- unter anderem mit Wappen dener von Hünenberg (Ha!) um dann durch die Feuertür im Mittelteil ins aktuelle Rapperswil einzutauchen, und dann im Turm Kanonenkugeln und eine Myrta zu bestaunen.

Uns hat das unkonventionelle, der gute Umgang mit den anendfürsich verstaubten Reliquien sehr gefallen. Dass man auch die Räume nicht vollstopfte, und man dadurch auch den Raum betrachten konnte, ein weiteres Plus. Überall luden geschickt integrierte moderne Interaktionen ein, sich eine Geschichte anzuhören, zu lesen, zu begucken. Eine Tonbildschau erzählt auch dem hinter dem Berg ennet dem See wohnenden Ausflügler interessante Geschichten über Stadt und Leute- ohne dass man gleich mit Jahreszahlen und Schlachtbildern zugepappt wird- dafür hatten wir die Schule, welche uns diesbezüglich eine gründliche Overdose gab.

Ich will hier nicht Werbung für ein Museum machen. Aber wenn du deinen Geist freilassen und dich auf ein Experiment einlassen kannst- so sei dir der Besuch hier wärmstens empfohlen, das Gebäude wird dich nicht enttäuschen. Und aja-Kafi gibts auch.

Ansonsten guck dir das beschriebene „Driigaagiteil“ an- eventuell hast du ja auch den Mut….. Hihi.

Angeguckt

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