Reiseziele

Immer wieder höre ich Schwärmereien von fernen Ländern, wilden Urlaubsdestinationen, weitweggen Sehenswürdigkeiten, die man gesehen haben muss. 

Klar, ist das Opernhaus in Sidney cool. Aber für drei Wochen nach Australien? 

Klar ist Las Vegas toll, aber nur für ein Weekend? 

Klar, ist Kuba faszinierend, aber nur einen Tag- und dies anlässlich eines Landgang auf einer wöchigen Kreuzfahrt?

Nein danke. Wer da behauptet, er habe das Land gesehen, kenne die Stadt, habe da nur wenig abwärts vom Touristenstrom das Reale, Einheimische gesehen- Kannst wem anderen erzählen. Dieser Person gehts doch nur darum, ein bestimmtes Reiseziel in seinem Rucksack zu haben, um überall auch mitzureden, oder gar zu prahlen. Und touristisch ist Punta Cana, Phuket oder gar Hawai gleichwertig. Das ist so, wie du aus drei Sonnenstudios wählen würdest. Dabei sind es doch Destinationen, welche einen genaueren Blick durchaus verdienen, oder?

Ah- du warst auch mal in Prag? Hast du den Petrinturm bestiegen, den Ausblick vom Metronom genossen, das goldene Gässchen kostenlos besucht? 

Siehst du, was ich meine? Ich behaupte nicht, dass ich schon alles an den Ferienorten an welchen ich war gesehen habe. Ich war schon fünfmal in Paris, und habe noch lange nicht 10% gesehen. Ich war schon für vier Wochen auf der Nordinsel Neuseelands, und habe da über 4’000 Km zurückgelegt, trotzdem habe ich das Gefühl, das Land nur gestreift zuhaben.

Es geht mir drum, auch was vom Aufenthalt zu haben. Etwas selber zu entdecken, sich nach Lust und Laune zu bewegen zu können. Weil dies bleibt auch in Erinnerung.

Unsere Reiseländer (momentane Favoriten sind Italien oder Frankreich) entdecken wir sehr gerne häppchenweise. So erfahren wir immer wieder spezielles, können es uns auch mal leisten, zweimal in den selben Ferien in Südengland nach Stonehenge zu fahren, weil uns der Park so fasziniert. Oder einen Abstecher nach Lourdes in Frankreichs Baskenland zu machen, übrigens ein Ort, der fasziniert. 

Einfach so.

Was nützt es, in Länder wie das historisch  grossartige Ägypten oder das intressante Thailand zu verreisen, nur um sich am Strand zu braten? Wers mag, der soll. Für mich ist das schade, herausgeworfenes Geld, und eh schädlich. Dabei geht es mir gar nicht drum, dass ich nicht gern am Strand brate, sondern wenn ich dann schon zum Beispiel in Koh Samui bin, auch was vom Leben und Kultur der Einheimischen haben will. Klar ist der Gang zum Eiffelturm beim Parisbesuch jeweils fix. Aber jedesmal ist mein Eindruck anders, intensiver. Mittlerweile muss ich auch nicht mehr rauf, es reicht mir, auf dem Bank unter dem Turm zu sitzen, und was zu essen und zu trinken. Aber staunen ab der Konstruktion tu ich immer noch.

So hat halt ein jeder seine Vorlieben, und Ideen, wie er seine Ferien verbringen möchte. 

Wir entdecken lieber schöne Plätze um uns rum, statt auf dem Flughafen stundenweise langwierige nervtötende Prozedere von anno 1983 über sich ergehen zu lassen. Fahren lieber mit Auto/Wohnmobil/TGV ins Zentrum, statt am Terminal noch umständlich lange Wege zum Ziel machen zu müssen. Es sind halt kleine Sachen, welche uns uh Freude bereiten.

Wie dieses Tor. Es steht an einem hübschen Park am See. Durch die Bäume glitzern fröhlich die Wellen, das Schilf bewegt sich rhytmisch im Wasser, die Blätter der alten Bäume rauschen beruhigend im Wind. Vögel zwitschern und aus der nahen Badi ertönt Kinderlachen und die Bienen summen geschäftig.

Und dies keine fünf Minuten von Zuhause. 

Täglich

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