Velí, Velá, Veló!

Ha! Dass das soweit kommt, das hab ja nicht mal ich selber so wirklich geglaubt! 

Echtnicht. 

Ich hab nachgerechnet, mein letztes Fahrrad ist 1997 im Tessin im Brockenhaus gelandet, viel zu steil lag mein Zuhause über der Ebene, zu mühsam der Aufstieg. Und seitdem hatte ich nie mehr das Bedürfnis, so einen Drahtesel zu besitzen. Einerseits war mein Töff oder das Auto da viel schneller und velofahren ist doch eh so übelst mühsam, und überhaupt.

So vergehen Jahre, ohne je ein eigenes Fahrrad zu besitzen. War auch irgendwie wirklich kein echtes Bedürfnis eines zu haben vorhanden. Der E-bike Boom holt auch uns ein, an jedem Ecken vertschutten sie die unterstützenden Räder. Da gibs Modelle- mehr als man überblicken kann!! Motor hinten, Motor vorne, Motor in der Mitte. Stark bis 45km/h, dafür mit Mofaplakette und Helmpflicht. Die etwas kleineren, günstigeren, welche dann halt schneller nüm mögen- Und versuch mal ein E-Bike ohne Motor zu fahren. Pfff-Mühsam!!! Arten von Rädern, Tiefeinstieg, Stange, ach… Auswahl bis an den Bach abe. 

Siehe da, ein jeder noch so halb begabter Händler führt plötzlich diese Atomstrom sauffenden Vehikel. Sogar grosse Lebensmitteldettailhändler steigen auf die Welle auf, und verkaufen tüchtig den Hype. Ei der Daus, Cumulus lässt grüssen.

Da wir auf einem Hügel wohnen, und deshalb immer nach Zuhause hinauf müssen, wäre so ein Motöörli am Velo aber scho no gäbig. Wir liessen uns beraten, holen Informationen aus dem Internet, wägen ab und erschrecken, dass wir für ein halbwegs befriedigendes E-Bike sicher 3000.– hinblättern müssen. Uuuh!!!

Lange lag mir meine beste Hälfte in den Ohren, einen söttigen Göppel zuzutun, und immer wieder überzeugte uns nichts wirklich wirklich. Dies ging sicher ein Jahr so, im Winter weniger, aber sobald der Frühling seine Pracht entfaltet, entfaltet sich auch der Wunsch nach Fortbewegung auf zwei Rädern.

Irgendwie hab ichs bis letzte Woche abwehren können, irgendwie komme ich immer um einen Kauf herum. Ich wollte nicht so viel Geld ausgeben, und dann verstaubt das Gerät ungenutzt. Meine Stöckli-Skis oder das Motorrad sind die besten kostspieligen Beispiele dazu. Und ich fahre zuwenig gern Rad, als dass ich vergiftet Asphaltkilometer hineinfresse.

So blieben wir sicher 10 Jahre velolos- tut aber nicht weh, glaubs mir.

Anhand der Foto, und der dir wohl bekannten Wende im Text welcher nun folgen wird, ist es eigentlich überflüssig zu schreiben, dass wir seit kurzem stolze Besitzer zweier hübscher Fahrräder sind.

Aber ohne Motöörli ond settigen Schnickschnack. Einfach ein Velo. Durch den Hype nach Elektrovelo’s sind die konventionellen Fahrräder in dem Hintergrund gerutscht- wir bekommen so für rund 600.- zwei solide, gute Citybikes, welche wir auch mit etwas Übergewicht belasten können. Zuhause abends sofort den Picknickkorb gesattelt, und das Beitragsfoto schiessen können. Herrlich, das düst ja nur so! Und der Stutz, der geht dann irgendwie auch. 

Gemütlich und romantisch geniessen wir den unverbauten Ausblick auf See und Stadt und Berge. Dass da noch Körbe ans Velo, und für mich ein bequemerer Sattel her muss, ist ja klar. 

Nach der Montage unserer neusten Gadgets am Rad zum Wochenende benutzen wir das Aufpumpen der Pneus gleich für ein ungeplantes Ausfährtli. Den steilen Hügel runter an den See und da mit dem Velo direkt an die Badi. Leider hat die zu, schad! Über Wege, welche wir motorisiert nie hinkommen (entweder nicht erlaubt, oder verboten), staunen wir über soviel Schönheit der Gegend. Beim Käsehändler um den Ecken rum- weg von der Hauptstrasse. Eine kurze Rast unter Chriesibäumen, und schon gehts beschwingt weiter. So kommen doch heute über acht Kilometer dazu, und das irgendwie schmerzfrei.

Cool, das macht ja doch noch Spass? In die Ferien nehmen wir die Drahtesel ämel sicher mit. Das wird sicher lustig. Sogar in der neuen Velogarage unseres Deheime hats Platz für unsere treuen Begleiter. Tiptop. Giro d’Italia/Tour de France wir kommen -Haha! Sicher nicht!- Es macht zuviel Freude.

Persönliches

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