Am Flohmarkt 

 

Eigentlich sind wir mehr Fän vom Nachtmärt in Zug, als so reguläre Flohmärkte oder söttigs (es sei denn, es sei der vide grenier in Fontainebleau- der ist einfach genial) und sind auch mehr oder weniger regelmässig wenn eben dieser Nachtmärt stattfindet dabei, sei es als Chröömler oder als Vertschutter.

Wir entrümpeln immer wieder unsere Wohnung, und stellen nicht mehr Gebrauchtes in Kisten in unser Büro mit der Absicht, dies am Nachtmärt loszuwerden. Es sind intakte, schöne Sachen, Defektes landet bei uns eh schnell im Ökihof. Uns geht es auch nicht darum, viel Geld zu machen. Die Freude am Verkaufen, die zufriedenen Gesichter der Kunden, und viele gute Episödelis rund um den Tisch sind uns viel mehr wert. Und wenn unser Auto halbleer gepackt nach Hause fährt, ist unser Glücksgefühl perfekt. Mit dem halbleeren Auto gehts dann meist anderntags in den Ökihof. Fertig.

Meist ist diese leicht alternative Markt zwei Mal im Jahr- Frühling und Herbst. Ob, und wann er stattfindet, ist immer wieder eine Herausforderung. Aber wir schaffens meist dahin, wenn wir davon erfahren.

Diesmal war die Küche mit Entrümpeln dran- Wir trennen uns zum Beispiel vom gebrauchten Langenthaler Service, welches ich 90-teilig vor über 20 Jahren im Brocki Baar ergattern konnte, und uns amigs auf unseren Wohnmobilreisen begleitet hat. Und von den Denner/Coop-Punkte Gläser- Haben ja neu wunderschöne La-Rochère-Gläser von unseren Frankreich-Ferien. So sammelt sich diverses Nichtmehrgebrauchtes. Die Kartons säuberlich zwischengelagert warten wir auf den Herbst-Nachtflomi-Termin.

Ach- Es gibt keinen Herbst-Nachtmärt dieses Jahr? Ach nöö. Mischt!

Pff, was tun? Wir möchten die Schachteln loshaben, und alles in unseren hausinternen „Zum Mitnehmen-Gratis!-Wird-am-Wochenende-entsorgt“ Ecken im Keller tun, das möchten wir nicht, das wär zuviel.

Hmm, aber Baar hat doch viermal im Jahr Flohmarkt? Der ist recht gross, er scheint gut zu laufen. Eine ätbluewin-Kontaktadresse lässt mich zweifeln. Ich find diese Adressen irgendwie suspekt. Nun, trotzdem nachgefragt, zehn Minuten später das Anmeldeformular mit Gruss in der Mailbox. Okee- das ging zügig. Also uns und unser Faltzelt flugs angemeldet, den Obolus (50.-) bezahlt.

Tags drauf die Standnummer und Marktbedingungen erhalten. So freuen wir uns, auf viele interessante Geschichten rund um unsere loszuwerdenden Waren. Und hoffen auf gutes Wetter- Der Markt wird auch bei schlechtem Wetter durchgeführt. Oh! F…erdammt.

Gepackt hatten wir am Vorabend relativ schnell- gut gepackt ist halb verladen. Und habe ich doch einen veritablen Tetris-Meister an meiner Seite. Diu diu diu didiu…. Du kennst die Melodie, wenn du die 80ger Jahre erleben durftest.

Etwas auf den Felgen, weil diesertags ein Ausflug mit Mami zur Blumenbörse (inkl. IKEA!) stattgefunden hat- Egal. Es war rüüdig schön, habens alle sehr genossen.

So stehen wir gut 1 1/2 Stunden vor Marktbeginn -Im Dunkeln notabene- auf dem Marktplatz.

Und haben erst mal leer geschluckt. Wo kommen die Horden von Menschen her? Da war ein Gewimmel, Gedränge, Geschubse, Gaatsna?!!

Wir hatten das Gefühl, die Letzten zu sein, sagt mal, habt ihr gestern schon aufgestellt??!

Und dann im Dunkeln die „Schnäppchenjäger“, welche mit ihren Taschenlampen deine Ware anleuchten, um zu sehen, was sich vor dem offiziellen Märtstart zu erstehen lohnt.

Sorry- uns ging da ab dieser künstlichen Hektik der „Lade abe“. Am liebsten wär ich mit meinen Kisten umgekehrt- Und hätte alles hingeschmissen! Da es aber ein wunderschöner Herbsttag wird, und wir schon mal da sind, stellen wir Tisch, Stühle und Zelt auf. Präsentieren unsere Ware, richten uns ein. Pünktlich zum Start sind wir parat.

Wir beginnen uns nach dem Morgenschock langsam zu entspannen. Bereits werden erste Trouvaillen verkauft. Immer wieder verblüffen wir Käufer, weil sie so viel für so wenig kriegen. Aber unser Credo, das ist ein Flomi, also sind auch die Preise so, beginnt sich zu rentieren. So gehen Nitendokonsolen, Pappmaché-Eier, Bodumgläser, Ikealampen an glückliche Neubesitzer. Der Gesichtsausdruck der Käufer gibt uns recht: Wenn er sich freut, freuen wir uns auch. Der automatische Pfannen-Saucen-Rüerer geht, ebenso das Märlibuch. Kerzen werden en Gros vertschuttet, sogar die bunte LED-Lichterkette für draussen findet einen Abnehmer. Schnell ists Mittag.

Immer wieder schauen bekannte Gesichter vorbei-ich habe ein paar Tage vor dem Märt via Händy tüchtig die Werbetrommel gerührt. Und auch diese lieben Menschen gingen meist nicht ohne was von uns nach Hause.

Der Nachmittag war wider Erwarten mau. Trotz herrlichem Herbstwetter kamen die Leute nur dürftig. Das hätte noch Platz nach oben gehabt. Nunja, ändern können wir es nicht, trotzdem gehen Koffer, der BalanceBetonFrosch und die (elendsunpraktische) Gehrungshilfe–> YESS!! An neue Besitzer.

Mir schwant nach dem üblen frühen dunklen Morgen vor dem Zusammenräumen. Und siehe da, bereits vor Ende des Marktes beginnen die Einen, ihren Krempel in Boxen zu tun, bereit zum Zwischenlagern, um an der nächsten Hundsverlochete wieder hervorgezogen zu werden. Njä, sowas ist nix für uns, das ekelt uns an.

So packen wir gemütlich die restlichen Sachen in Kartons, und hocken uns unter einen Baum, bis der erste Räumungssturm vorbei ist. Am Nebenstand macht jemand eine Flasche Wein auf, sechs Gläser stehen davor. Das tut gut, es sind nicht alle so dermassen stier. Bereits zwanzig Minuten später kann ich das Auto sogar zum Stand holen, und wir verladen in aller Ruhe unseren Rest.

Dehei sortieren wir zwei drei Sachen, welche wir doch noch behalten wollen, und nochli für unseren „Gratis-zum-mitnehmen“ -Ecken, sollen doch unsere Nachbarn auch was von unserem Erfolg haben, hihi. Der Rest wird entsorgt.

Zwei Tage später sind die gut ein Dutzend Sachen im Ecken weg. Da soll mal noch jemand sagen, von wegen Wegwerfgesellschaft und Nachhaltigkeit. Ha!

Der Kassensturz macht unser Glücksgefühl perfekt. Ein kleiner, nicht zu unterschätzender Gewinn. Wenn man bedenkt, das wir fast alles für einen Franken verkauft haben, oh ja! Da dürfen wir glücklich ein Resümee ziehen. Hat sich gelohnt. In jeder Hinsicht.

Wir werden wieder gehen.

Aber an den Nachtmärt.

Da sind wir zuhause.

Da gehören wir hin.

Voilà!

Diverses

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