So einfach, so guet

Hier habe ich mal wieder ein Problem gelöst, welches Otto Normalverbraucher gar nie hätte, geschweige denn, je diese zündende Idee zur Lösung dazu gehabt zu haben…

Ich probiere mal die Sachlage zu schildern: Wir haben vor einiger Zeit mal im Tessin einen Kronleuchter ergattern können, und diesen auch artgerecht restauriert. Als Beleuchtung über dem Esstisch sowie Souvenirhalter mancher unser Ferienchrimschramser und sonstiger Deko verbreitet er dimmbar warmes Licht und viel Freude. Man beachte auch die mittlere Glühbirne welche verkehrtrum hängt, eine ganz spezielle Glühbirne aus dem Brockifundus irgendwo in Winterthur. Auch der rotbäuchige Silberschnäbeler lässt sich manchmal hier nieder, und das Häkelschwein ruht sich manchmal auf seiner Odyssee gerne hier aus. der Hase aus Prag hängt hier auch ab, und Neuschwanstein funkelt mit dem Antwerpener Fleur de Lys um die Wette.

Du siehst, da gaht öppis.

Den ursprünglichen Esstisch ins Büro verfrachtet, steht seit einigen Jahren ein echtes Schmuckstück als Esstisch unter eben dieser Lampe. Damals in Luzern vom Mami ergattert, hat dieser ihr jahrelang viele gute Dienste erwiesen und steht seit dato geduldig da. Aus Platzgründen musste der Tisch leider wegg- Nun kommen wir ins Spiel.

Da der Tisch viele Gebrauchtspuren, Wasserflecken und auch etwas verlebt aussieht, haben wir mal ihn ins Tessin in unser Reduit verfrachtet. Er bekam eine angemessene Behandlung, die dunklen Flecken und tiefen Rillen wurden sorgfältig und stundenlang geschliffen, bis der Tisch hell und fein vor uns stand. Weil das Tischblatt nun viel zu hell im Vergleich mit den gedrechselten Beinen war, mussten wir die Platte dunkel malen. Wir hatten echt riesige Zweifel, die richtige Couleur aquiriert zu haben, war es doch das erste Mal, dass wir Holz so behandeln. Normalerweise schleifen und übermalen wir Holz in irgend einer hüpschen Farbe. Hier sollte man aber die Struktur sehen, gleichzeitig aber soll der Lack vor Flüssigkeiten schützen- Ist es doch ein Esstisch.

Regelrecht Angst haben wir, dass es scheps rauskommt und wir den Tisch nur noch mit Abdeckung (aus Plastik und mit fröhlichen Blumen, oder so!) gebrauchen können. Oder gar am Änd verfeuern müssen!

Jösses- Das waren verzweifelt schwere Stunden!

Irgenwer oder irgendwas war uns jedoch sehr gut gesinnt- Die Farbe war genau die Nuance des Unterbaus und der Beine, und auch die Maserierung kam nun fantastisch zur Geltung. Man sieht quasi fast keinen Unterschied. Weil, die gedrechselten Beine schleifen und anmalen, das wäre doch zuviel gewesen. Aber es hat wunschgemäss geklappt, wir sind echt häppy:

Ein Meisterstück, ein Bijou, wunderschön unser Lieblingstisch!

Eine ganz witzige, eigene Eigenschaft hat der Tisch auch noch- er kann verlängert/ vergrössert werden. Dafür müssen zwei Haken am Tischblatt geöffnet werden, die Platten werden auseinander geschoben. In der Mitte geschickt versenkt dann die Mittelplatten: Mit einer Drehbewegung und dem Entfalten des Mittelteils kann der Tisch mit wenigen Griffen verlängert werden.

Gäbig, wirklich echt gäbig.

Nein- Ich drifte nicht ab, denn der Tisch spielt hier eine tragende (hihi) Rolle.

Die Lampe wurde damals montiert, als noch kein Sideboard an der Wand stand. Und so nun -mit dem Sideboard- nicht mehr in der Mitte des Tisches hängt.

Mal hats uns genervt, mal nicht. Aber das Loch versetzen, das haben wir auch nicht machen wollen.

Verschiedene Szenarien gehen uns durch den Kopf:

-Hätte die Aufhängung bei ausgezogenem Tisch nochmals versetzt werden müssen, um wieder mittig zu hängen? Und wieder zurück beim zusammenschieben?

-Den Haken in der Mitte von ausgezogen und zusammengesteckt? (Das wär tüppisch schweizerisch, Kompromisse, und sieht kacke aus, weil die Lampe so nie nie in der Mitte hängt, weder so noch so.

-Und zwei Haken? Einer für ausgezogen, einer für zusammen??

Aaaaah, wir kommen der Sache schon näher! Bist selber auf diese Idee gekommen, oder hab ich dich am Änd doch noch draufgelüpft??

Nein- das passt alles nicht, es gibt doch was eleganteres…- Hmm, ich hab doch mal was gesehen….., in einem französischen Schloss, oder wars in Schottland? Gar Italien? …. Egal- Ich hatte DIE zündende Idee:

Aus einem Spenglerrohr, zwei Rohrkappen, zwei Rohrschellen, einem Haken und einem Ring (alles für unter 20.–!) sowie Goldspray habe ich eine Schiebestange geschaffen und an die Decke geschraubt, mit welcher der Leuchter nach Gusto hin oder her geschoben werden kann.

Und so je nach Tischgrösse variabel eingemittet werden kann.

Ist das nid kuul?

Es sind die einfachen Dinge, die uns gefallen.

Und das gefällt uns.

Extremst!

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