Nicht so ge wichtig

Ich war- und dies ist würkli so- bis ich um die 25 Jahre alt war, ein Spränzel, ein gewichtsmässig gut eingeteilter junger Mann. Trotz der Aversion gegenüber fast jeglicher Sportart, gelang es meinem Körper ausgezeichnet, mehr zu verbrennen, als ihm zugefügt wurde. Schön, so aufzuwachsen.

Dies hat seitdem etwas geändert, sicher haben die temporär vielen Wirtschaftsbesuche mitgeholfen, damals noch nach dem Retournieren aus der Südschweiz.

Vieles hat sich in diesen über 20 Jahren geändert- langsam finde ich mich zurecht in meinem Leben, habe Standbeine aufgebaut, auf welche ich heute noch bauen kann.

Ein Standbein wurde auch eine Wampe, welche sich langsam aber stetig zu mir gesellte, und ich seit da mit mir rumtrage. Eigentlich hat sie mich nur wenig gestört, ich konnte jahrelang mein Gewicht halten. Klar, wurden Hosen und Hemden enger. Aber irgendwie gings immer…

Ich bin vehementer Gegner von krassen Null- Diäten, langweiligen Low Carb- Menüs oder sonstigen extremen Verzichtsselbstkasteiungen. Ich finde, der Körper -mein Körper- braucht von allem was. Nur ist eben die Dosis zu hoch. Wir essen zufiel. Statt auf den Körper zu hören, futtern wir, bis die Teller leer sind. Reversibler Foodwaste.

Nun habe ich, angestossen von meiner erfolgreichen besseren Hälfte mich ermutigt, es mit einer kleinen Umstellung des Ernährungsplanes zu versuchen. Es geht mir nicht drum, möglichst schnell viele Kilos zu verlieren, ich will abnehmen und dies auch halten können. Bereits im Vorfeld blieb mein Gewicht relativ stabil, ich konnte eher sagen; Genug, auch wenn noch was übrig war. Trotzdem war der Zeitpunkt gekommen, aktiv was an der Gewichtsschraube zu tun.

Ein anderer Ansporn kam sicher von unserer Kantine im Geschäft- Was da echt lieblos täglich frittiert wurde, zeigte sich auch an den vielen glänzenden Kalorien. Und nach aus dem Wasser gezogenem labbrigen Gemüse hatte ich echt keinen Bedarf. Reklamationen nützten nichts, der Chefkoch ist beratungsresistent. Schade, so ein toller Job, aber dermassen irreversibel. Bah!

So beginne ich, von Zuhause drei bis vier verschiedene Früchte mitzunehmen, und das Mittagessen in der Kantine jeweils auszulassen. Mein Frühstück, selbstgemachtes Yoghurt mit Fruchtkonfi, wird so durch den Tag ergänzt mit vielen Vitaminen in Trauben, Birnen, Mandarinen, Bananen, Kiwi, Orangen, etc…

Nun sagst du, das reicht doch nicht? Ich war auch darauf gefasst, es nicht durchzustehen, weil so doch noch vor dem Mittag der Magen zu knurren beginnt? Ganz erstaunt war ich, nach einer Woche, nach einem Monat, auch nach Monaten, Mittags keine Hungerattaken zu haben, und mir rückfallmässig einen Teller vom Kantinenessen zu nehmen.

Im Gegenteil, ich habe das Gefühl, ich sei durch die Vielfalt an Früchten dauernd am Essen, vorallem morgens.

So kann ich diese Woche bereits mein Einjähriges 🎉 feiern- Ich hab mich echt gut daran gewöhnt. Je nach Saison stehen mir viele verschiedene Früchtlis zur Verfügung, es gibt das ganze Jahr reiche Auswahl.

Und für mich ist es keine Diät, eher eine Umstellung. Psychologisch noch wichtig. Gewichtsmässig sind es momentan zirka zehn Kilo. Heya! Ist doch toll! Und das ist sicher keine Universallösung für alle, denn jeder Körper reagiert differenziert auf eine solche Umstellung. Ich mache für mich mein Programm, meinen Remodan. Für mich stimmt’s.

Und, mit was ich nie gerechnet hätte: Ich freu mich jeden Tag extrem aufs Znacht. Denn dies ist wieder „normal“. Ob ein Pesto, ein Risotto oder Käse und Brot- egal. Das Bewusstsein, der Genuss ist auf jeden Fall besser, intensiver. Essen wird wieder zum Erlebnis.

Klar, schmeckt es allig fein am Mittag, wenn die Anderen sich ab der Menükarte des Restaurants bedienen. Aber der Koch ist dermassen lieblos, da machts mir nichts aus. Besser noch, ich kann sagen, es schmeckt mir nicht- Habe meine Konsequenzen gezogen. Und futter meine Persimon, oder meine Birne. Diese Gradlinigkeit- Das bin ich.

Nun ist seit neuestem ein neuer, junger Koch am Start. Er soll gut sein (als Koch, grins). Es riecht auch ganz verführerisch. Aber ich bin resistent. Ich habe ein Ziel- und das will ich erreichen…

Persönliches

3 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ich gratuliere zum Erfolg. Auf so viel Obst würde mein Magen aber im wahrsten Sinne sauer reagieren. Dafür bin ich nun zum Intervall-Fasten übergegangen, d.h. ich esse zwischen 10 Uhr Morgens und 18 Uhr Abends ganz normal und dann 18 Stunden lang überhaupt nichts – auch keine kalorienhaltigen Getränke. Die lange Pause ist prima zur Anregung des Stoffwechsels, vor dem Zubettgehen bekomme ich auch keinen Hunger mehr. Morgens freue ich mich allerdings sehr aufs Frühstück, und das ist sowieso meine Lieblingsmahlzeit des Tages. Abgenommen hab ich auch schon ein bisschen, obwohl ich mir in den acht Stunden, während denen ich essen darf, nichts versage. Für berufstätige Ehepaare und Familien, für die gemeinsame Mahlzeit am Abend eine wichtige Rolle spielt, ist das aber wohl eher ungeeignet.

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