Häuslebesitzer

Gucken wir uns doch den Kassenzettel doch mal an:

Villa im Tessin…

Reisestecker…

Abzweigstecker…

Moment!

Villa im Tessin?! Für 37.95 Schweizer Franken?

Da ist doch was faul?

Nee- ist es nicht, ich bin ab sofort stolzer Besitzer dieser „Villa im Tessin“. Gekauft im Elektrofachhandel. In der Abteilung Eisenbahn- Modellbahnen. Kunststoff-Gussteile, einzeln nach Farben zerlegt.

Ähä!

Wie komm ich denn in Allerweltsnamen dazu, ein Modellhaus zu akquirieren? Hat mich da ein Virus (bäää!) gepackt? Gehe ich unter die Modellbauer, mit Berglandschaften, Eisenbahn und äben Häusern? Hat mir der Besuch des Miniatur Wunderland in Hamburg dermassen gefallen, das ich es nachbauen will?

Ooooh nein!! Obwohl es extrem interessant war, in den Speichern der Hafenstadt zu flanieren und immer wieder Neues zu entdecken, könnte ich mir nie vorstellen, selber sowas aufzubauen.

Ich bin- wie du weisst- Zu grobmotorig. Basta.

Eigentlich ging es mir eher darum, irgend ein Chichy fürs Büro zu haben. Den Briefbeschwerer kennst, dazu gibts noch einen Hoptimist, ein Geschenk. Dazu den Entscheidungswürfel, das Ding mit Ja/Nein/Später. Und noch viel Chrimschrams mehr.

Aktuell suche ich eine Schlüsselablage. Und am besten in Form eines Hauses oder gar Schloss (Yeah!). Ich tauch also ein in die Tiefen des Modellbaus- Weil 1:1 wäre etwas übertrieben gewesen…

Am liebsten ein Gebäude, was ich kenne… So kreise ich stundenlang im WWW, nichts gefällt mir. Ein Haus aus der Schweiz wär noch hüpsch, wenn es schon das Schloss Chambord nicht in Tischgrösse gibt. Nun, hier ist die Auswahl sehr klein- bald fällt mir ebendiese Villa im Tessin ins Auge. Das Original existiert noch. An der Hauptstrasse in Ambri gelegen, wird sie fast nicht beachtet, zu Unrecht, haben die Geschwister Guscetti sich doch an Amerika, am grossartigen Architekten Frank Lloyd Wright orientiert- Und dies 1958 in der Leventina, einer von -sagen wir mal salopp- Bauern getragenen Region. Wie ein ausserirdisches Haus muss es in dem beschaulichen Dorf ausgesehen haben, wo Granit und Pergolas, funktionale und beständige Werte (Nutzbauten) herrschten. Der Stil der 60er Jahre fasziniert mich, da hatte man noch inspirierende Ideen, heute ist 80% der Neubauen Retorte, lieblos hingeschlufert und ohne irgendwelche erkennbare Individualitäten oder Charisma. Wo ist nur der Architekt geblieben?

So fahren wir an diesem Haus vorbei- Es war nicht nur Vorlage für die Faller Villa in Deutschland, oder einem Haus in Südostasien, und soviel ich weiss steht mindestens noch ein weiteres Exemplar irgendwo, sondern auch eben- Ein sehr erfolgreiches Modellbauhaus der Firma Faller aus Deutschland.

Geplant war, ein hüpsches Haus beim Online-Auktionär zu ergattern. Jedoch findet meine bessere Hälfte, ich soll es doch wagen, und es selber zusammensetzen. Easy- Steht doch „mittelschwer“ in der Anleitung- Schwitz!!

So kommt die Villa im Tessin auf den Kassazettel, respektive in meinen Besitz.

Mein Ehrgeiz ist scho chli angestossen, ich wills schöner machen, als die teils lausig Verklebten, von denen es Hunderte hat im Internet. Aber von einem Innenausbau wie Kaminfeuer (elektrisch) oder Sauna aus Starbucks-Löffeln- nicht lachen, sowas gibts!- Lass ich mal ab. Ich muss erst mal die Granitsteine der Grundmauern und des Kamins naturgetreu bemalen- Sowie die ganze Fassade anmalen, bevor ich mich überhaupt ans Zusammensetzen wagen darf.

Oherrjeminee….

Coole Sache

1 Comment Hinterlasse einen Kommentar

  1. Herrlich. Wenn’s zu schwierig wird. gießt Du den ganzen Schurrmurr in Acryl. Das eignet sich dann besonders gut als Briefbeschwerer. Aber ein Foto des fertigen Objekts hätten wir dann schon gerne, gell?
    So ein von Dir beschriebener Entscheidungswürfel wären meinem Chefchen noch zuviel gewesen. Der sagte immer: Nichts ist so unwichtig, als dass es nicht durch längeres Liegenlassen noch unwichtiger würde. 😀

    Liebe Grüße
    Christa

    PS: Postkarte ist unterwegs.

    Gefällt 1 Person

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