Nella città

So richtig gut ausgeschlafen gibts erst mal einen feinen Kafi von unserer Mocca. Mmm, es lohnt sich, diese praktische Kafimaschine mitzunehmen. Logo, gibts Bar’s zringsrum. Aber der Morgenkaffee ist halt schon auch schön so grad nach der Dusche.

Gestärkt gehts Richtung Altstadt, la Pigna, oder auch Kasbah, wie es denn beliebt. Steil und eng schlängeln sich die Gassen hoch, dieser Teil Sanremo’s ist etwas ärmlich und am verlottern. Aber auch dies hat durchaus seinen Reiz. Viel los ist hier nicht, ausser keuchenden Touristen sehe ich selten jemanden.

Wir nehmens gemütlich, der Weg ist das Ziel. Oben eröffnet sich eine wunderschöne Aussicht über die ganze Stadt-Herrlich. Zuoberst eine Kirche, da müssen wir auch rein.

Die Kirchen sind meist extrem schön, drum alleine lohnt sich ein Besuch der grossartig gebauten geweihten Gebäude….

Diesmal ein richtiges Kerzli angezündet.

Und einen Moment innehalten.

Auf verschlungenen Wegen gehts wieder steil hinunter, durch die Einkaufsstrasse. Wir möchten es nochmals versuchen, in die russisch orthodoxe Kirche zu güxlen. Imposant und farbenfroh hinterlässt sie uns einen bleibenden Eindruck, auch die Krypta lohnt ein Besuch.

Grad noch bei einer Gelateria unter Dach, beginnt es zu regnen. La Signora wettert, es sei wie im Herbst dieses Jahr. Einen Tag Sonne, einen Tag Regen. So eine Sauerei… Ach, cara. Komm du mal nördlich der Alpen, da wärst froh, wenn es nur einen Tag regnen würde, smile.

Wir beobachten fliegende Händler, welche immer wieder versuchen, Waren an den Mann/die Frau zu bringen. Jetzt sind es Regenschirme. Die Ersten zehn lassen wir unbeirrt weiterziehen. Als es dann weiterregnete, will ich mal so ein Teil angucken, wir haben unsere Schirme im Trockenen, im Auto gelassen. Ach…, Nun gut zurück zum Händler.

Er zeigt uns ein scheussliches Teil. Nur fünf Euro. Oh- ich dachte, er will viel mehr.. Ich möchte einen Anderen angucken, welcher etwas hüpscher ist- Dieser koste 10 Euro. Ha! Das machst aber geschickt, duhu!! Ich märte den Schirm auf sieben Euro runter, würde für mich so stimmen.

La Signora- Du weisst schon, die welche sich hinter dem Tresen über das schlechte Wetter hier beschwert hat- mischt sich ein. Was wir ausgehandelt hätten. Sieben Euro sage ich, auch mit ein wenig Stolz. Denn ein Schweizer, der märtet doch nicht, das kann er nicht. Sie deutet „fünf“ mit der Hand und sagt zum Händler: Für fünf Euro habe ich da hinten (zeigt Richtung Casino(?)) letztens einen gekauft. So kommts, dass der Händler uns den Schirm schlussendlich sehr widerwillig für fünf Euro überlassen muss.

Brav bedanken wir uns bei der Signora und wünschen noch einen schönen Tag.

Später, 50 Meter weiter, unter dem Dach eines Hotels ergattern wir einen zweiten Schirm bei einem anderen Händler. Auch für fünf Euro.

Nachdem sich das Gewitter verzieht, kommt die Sonne und die Leute wieder hervor. So schön!

Nun haben wir noch was spezielles vor: Haben gestern noch eine örtliche Kaffeebohnenrösterei gefunden. Heute gehen wir da Bohnen kaufen. Der Herr berät uns und empfiehlt, und wir probieren mal zwei Mischungen. Er füllt je 500 Gramm in den Kaffeebeutel, und schweisst diesen zu. Ich möchte noch ein Souvenir von dieser wunderbaren Stadt, in den Läden habe ich nichts gesehen, was wirklich von hier kommt. Nur so austauschbare Chinaware. So kaufen wir ein Espressotassenset mit dem Firmenschriftzug drauf. Passt!

Wenns dazu noch „Baci di Sanremo“ gibt (siehe Beitragsbild), ist auch Remo ohne San glücklich.

Nach einer kleinen Siesta gehts wieder weiter, diesmal auf die Hafenmauer bis zum Leuchtturm. Wir sehen eine grosse Horde Leute reiferen Alters, welche auf ihr Traumschiff draussen im Meer geschippert werden. Rechtzeitig zum Captain’s Dinner, Abendunterhaltung mit dem slowakischen Geigenvirtuosen, und Tanz bis in den Morgen. Viel Spass- ich hoffe, ich werde dies nie gut finden. Brrr.

Dann- für uns zwei ein absolutes Highlight- sind wir plötzlich mittendrin in einer Szene, ich probiere sie hier für dich zu rekonstruieren:

Es kommen Fischkutter (mit Möven im Schlepptau) und legen am Kai an. Anscheinend ist es üblich, hier den Fang direkt zu kaufen, es stehen ein paar Leute hier, welche frischen Fisch, Garnelen oder Calamari kaufen möchten. So wird durchs Schifffenster Ware verkauft, meist zu Spottpreisen.

Die amüsante Szene hat sich etwa folgendermassen abgespielt (für den geneigten Leser ins Deutsche übersetzt).

Der Fischer zeigt einen grossen Fisch, scheint ne Delikatesse zu sein- ich kenn‘ äben nur Thunfisch aus der Dose- und bietet ihn für 65 Euro an. Der Käufer ist intressiert. Will aber nur 60 Euro zahlen. Er weis aber nicht, ob sein Scheff ihn diesen Fisch kaufen lassen will. Er sagt- ich rufe schnell meinen Scheff an. Dann spricht der Fischer, wenn du anrufst, kostet der Fisch 70 Euro. Nun weiss der Käufer nicht, was er soll, eine Entscheidung will er nicht selber treffen…. Ein veritables Dilemma-für ihn, Spass für uns.

Gleichzeitig-Ein anderer Käufer ruft seinen Scheff per Telefon und kauft den Fisch für 65 Euro. Während der Erste noch die Bewilligung per Telefon von seinem Scheff kriegt, für 70 Euro. Die Anderen rufen: Ey zu spät, der Fisch ist weg. Er, ungläubig und verärgert, lässt seinen Frust an den Anwesenden aus. Ihr seid Spinner, mein Scheff bringt mich um….

HAHAHA, selten so viel Amüsement gehabt. Der Fischer erwidert, Ey, Du wolltest ja nicht, der da hinten-und zeigt auf mich- bietet sogar 80 Euro! Ganz ungläubig und verzweifelt guckt Käufer Eins dem Fisch nach, welcher Käufer Zwei seelenruhig in sein Motorino packt.

Noch einmal lässt er eine Schimpftirade auf uns alle los, herrlich.

Als sich die Sache beruhigt, ruft Käufer Zwei-Der mit dem Fisch- Käufer Eins- der eben ohne Fisch- zu sich. Der Eine gibt dem Andern ein paar Euro und alle Drei- Käufer Eins/ Zwei und der Fisch fahren zusammen auf dem gleichen Motorino zurück in die Stadt.

Es war sehr interessant, den Fischern beim Entladen zuzugucken, ein nicht alltägliches Ereignis, ämel für uns.

Wir haben hier fantastisch gegessen, und wurden von den Jungs fürstlich versorgt. Der Verdauungsspaziergang bis zum Casino zum alten Bahnhof und am Meer entlang bestätigt uns: Diese Stadt gefällt uns, diese Stadt können wir ohne weiteres weiterempfehlen,

Sanremo ist cool!

Ferien Riviera di Ponente

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