Schlechtes sch.. scheduling

Ich weiss, wir leben eine hohe Schwelle für Perfektionismus und eine extrem niedere Schwelle zu Motzismus hier in unserem schönen neutralen Land. Wir gucken uns gerne als sauber gepützeltes Land an, alle anderen Länder fallen da stark ab. Fühlen uns überlegen. Unken schnell negativ über Unperfektes, Ungewohntes, Ungeplantes.

Drum wirken wir auch für alle anderen eher „kühl“.

Alles ist hier sauber, schön, rausgeputzt. Sei es die Strasse, die Gebäude, Vorgärten, das Ortsbild. Wir lassen da nichts aus.

So zum Beispiel auch an den Bahnhöfen der SBB. Die sind ja staatlich, gehören also uns Schweizern. Und müssen doch tipptopp aussehen.

Wehe chli Rost!

Wehe bitz abblätternde Farbe,

oder gar ein überfüllter Güselkübel!

Jögerli- Nei! Oh Graus- Wir sind hier doch nicht in Napoli, da ischt es doch chaotisch und grüselig, überall liegt da doch Abfall rum! Wäh!

Oooh nein, das ist überhaupt nicht so, glaub mir. Aber das ist eine andere Story.

Was mich heute- bei notabene vielen minus Grad Celsius plus giftige Bise- erstaunt, lässt mich ein Foto machen, und ei gugg au da, sogar einen Blogeintrag da drüber erstellen.

Weil es mich beschäftigt.

Weil ich dazu was schreiben will.

Weil ich es kann.

Kann mir hier einer aufschlussreich erklären, warum in dieser #%!~?*-Elendskälte Mitte Januar am Bahnhof ein assez warmer (emel von Zugluft geschützter), und weitundbreit einziger Wartesaal ausgerechnet jetzt seit sicher 3 Wochen mindestens abgesperrt ist, weil er- GESTRICHEN WERDEN MUSS??

(Dass die Farbe bei den momentan herrschenden Temperaturen an den Metallwänden halten, wage ich hier aber schon stark zu bezweifeln.)

Warum hat man da nicht bis Frühling warten können, den Anstrich zu machen, wenn einem (Maler wie Pendler) nicht die Nase und die Chlüppli abfrieren?

Das hätt jetzt aber scho no chli warten können, bis die Osterglocken blühen, nid?

Ist dies ein Zeichen unserer ewigen Motzwilligkeit und dem Verlangen nach Hübschismus, oder hat ganz eifach da die Planung voll verseit?

Alles Sinnieren nützt nichts, der heranbrausende Zug hilft auch, sich am Perron schlotternd völlig durchfroren zu fühlen. Bibbernd vor verschlossenen Türen des Wartesaales zu verharren.

Die Kälte versucht, in den wenigen Minuten in den Körper einzudringen.

Und das-BRRRR-tut sie!

Täglich

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