Dans le pays de la gruyère

Irgendwie passt das doch nicht? Jetzt schreibt der was von Gruyère -Ist das nicht Käse?- Und das Bild ist aber scheinbar aus einer fiktiven Welt, und zeigt nicht die schönen saftigen grünen Wiesen am Schweizer Röstigraben? Ist der Schreiberling nun ganz konfus? Oder versucht er zu verwirren?

??

Gemach- Es wird sich alles lösen- Lies:

Es ist schon bald fünf (!) Jahre her, da haben wir einer Kollegin auf den runden Geburtstag einen Ausflug nach Greyerz in der französischsprachigen Westschweiz geschenkt, in ein ganz bestimmtes Museum- Dazu später. Irgendwie- Du weisst, wie das ist- Sausen die Jahre an dir vorbei, die ersten grauen Haare, die zweite Hüfte, die dritten Zähne …Räusper…

Den Ausflug hatte ich immer noch im Kopf, hatte uns doch ein unterhaltsames Ausflügli zusammengestellt.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

So wurde es nun kürzlich endlich doch noch konkret- Frühmorgens als der Tag erst die Augen langsam erwartungsvoll öffnet, stehen wir bereits geblitzt und gestriegelt am abgemachten Treffpunkt und beginnen gemütlich mit einem Gipfeli.

Immer weiter westwärts rollend, heisst die erste Pit Stop auf der wohl schönsten Raststätte (aussichtsmässig) der Schweiz: Das Restoroute nahe Bulle.

Hier genemigen wir uns ein Frühstück mit pain au chocolat, croissants, café au lait -und wer will- auch les cigarettes. Wir stärken uns für den Tag, denn er wird unterhaltsam.

Gut sind wir schon so früh unterwegs- am Nachmittag wirds hier überlaufen sein. Aber noch hats mehr schwarz-weisse Kühe wie Touristen- Also ab nach Gruyère. Das Dorf inklusive Schloss liegt auf einem Hügelkamm, pittoresk und wirkt, als wäre dies künstlich hierhin gesetzt worden. Der Gang durchs Dorf ist dermassen malerisch, so stellt sich der Tourist doch die Schweiz vor. Fehlt nur noch das Fondue.

Ha, ha.

Das fehlt nicht, aus jedem Restaurant- Und es hat deren viele- schleicht uns ein warmer Käseduft entgegen.

Wir aber zmitzt im Vichystoffvorhang gehüpschten und schampar geranienbehangenen rausgeputzten Dörfli nehmen kurz vor dem Schloss eine Kurve scharf nach scharf rechts -Denn wir stehen vor unserem heutigen Reiseziel: Das Museum von H.R. Giger, dem fantastischen Churer Künstler und Bühnenbildner. Berühmt wurde er grösstenteils durch die schampar grüseligen Gestalten des Kinofilms Alien aus dem Jahre 1979. Für dies erhielt er sogar einen Oscar -Reife Leistung!

Recht düster, nicht wirklich jugendfrei und völlig surreal nimmt er dich mit in seine Welt. Viele Skulpturen, aber auch Gemälde, deren „Weichheit“ mich echt zu faszinieren vermochten, sind hier in altehrwürdigen Haus anzutreffen. Viele die hier ins Dorf reinströmen, ahnen nicht, was für eine Art Kunstgut im Museum gezeigt wird. Ist auch besser so, denn wir sind anfangs ganz alleine im Museum. Das geniessen wir sehr.

Draussen entleeren sich die Reisecars, im Nu sind die Fondueterrassen voll. Wir wandeln durchs ganze Museum, ist recht umfangreich. Heute wär dies sicherlich nicht mehr so umsetzbar, zu gross die Eingriffe in den Heimatschutz. Und wer will neben der Hollderadio-Idylle söttige grauslige angsteinflössende Bilder und Skulpturen sehen? Aber egal, wir faszinieren uns in dieser wahrlich surrealen Welt, fast wollen wir nicht mehr raus.

Der anschliessende Gang zum Schloss und der Besichtigung desselben war für uns die Bestätigung, dass das gezeigte Schweizer Schloss für uns bestenfalls als bessere Burg durchgehen kann. Nach all den gloriosen Schlössern in Frankreich (Chambord/Vaux le Vicomte/Versailles etc.) oder Deutschland mit Schloss Herrenchiemsee oder Neuschwanstein, ist die Ausstattung im Vergleich scho chli lau. Aber gnueg gfrotzlet, wir gucken runter ins Tal, der Stausee ist halb leer, die Weiden liegen malerisch zu Füssen.

Immer mehr Leute drängen in das idyllische Dorf, bereits wird mit dem Auto angestanden, um einen (unseren) Parkplatz zu ergattern.

Wir lassen es uns nicht nehmen in der Gigerbar eine Rast zu halten, und die wirklich faszinierende Kulisse der Bar zu geniessen.

Muss man würkli gesehen haben!

Eine Kostprobe ist das heutige Beitragsbild. Lohnt sich echt!

Nach dieser geistigen, künstlerischen und historischen Nahrung sollte auch die kulinarische Seite des hüpschen Dörfchens genossen werden.

Wir besuchen die Chocolaterie, und lassen unsere Grand Tour Snack Box mit wenigen lokalen Leckereien auffüllen. Kuule Sache, du!

In der Fromagerie lernen wir die Herstellung des Gruyère kennen, und decken uns kräftig mit Käse, Doppelrahm und Meringues ein. In weiser Voraussicht wurde der Autokühlschrank eingepackt, welcher zufrieden vor sich hin schnurrt, sowie die gekauften Sachen kühlt.

Auch grad um die Ecke ist die Firma Cailler -Für uns Schweizer der Inbegriff von feinster Schoggi. Man denke nur an Frigor, Rayon oder den Branchli. Mmmmmm. Da ist schlunzen angesagt.

Durch den recht grossen Ansturm haben wir Billets organisiert, eine Stunde später die Führung durch das Cailler Haus zu machen. Diese Stunde gab uns die Gelegenheit, uns im Shop einzudecken, wie wir nachher merken, ist die Ausbeute vorher grösser (geschickt, geschickt, schmunzel). Es reichte auch noch für was Salziges, der Quiche war genau richtig als Ausgleich zum Süssen.

Der Rundgang war gut gemacht, und anschaulich wird die Schokolade und deren Herstellung erlebbar gemacht. Die grosse Degubar am Schluss wär echt nicht nötig gewesen (oooooooooh doch, grins!).

Gut eingedeckt mit geistigen und kulinarischen Leckereien machen wir uns auf den Heimweg. Da wir eben die Grand Tour Box füllen liessen, nahmen wir auch einen Teil der beschilderten Grand Route unter die Räder. Dies bescherte uns zwar einen kleinen Umweg, dafür schön. Lohnt sich echt, diese Route zu geniessen- der Weg ist hier das Ziel. So tuckern wir statt über den Jaunpass halt über das schöne Pays d’Enhaut Richtung Zweisimmen, Berner Oberland. Bestaunen den Gstaad Airport- Bei der Reichendichte ein Hotspot.

In Därstetten, einem Dorf im Simmental entdecke ich einen Automaten, da müssen wir doch den Anker auswerfen und schauen, was das genau ist.

Gesagt-getan. Es ist ein Selbstbedienungsautomat der Firma Swiss alpine herbs, mit lauter Gwürzli in Dosen zum selber beziehen.

Wir lieben söttigs, und drum ists nicht verwunderlich, dass wir einige Döslis akquirierten.

Unsere Weiterfahrt verlief kurvenreich, waren dann sehr froh, den Thunersee zu sehen.

Abenessen gabs an einem absolut fantastischen Ort- grad am Ufer des Thunersees! Holzofenpizza, mmmmh! Würde gerne chli Werbung machen für diese Perle, aber das Personal war dermassen schlecht, unfreundlich schroff, drum lass ichs.

Pff.

Über dem Brünig begegnen wir dem Vollmond, der sich aber in jeder Ausweichnische geschickt vor uns versteckte. Am Lopper, am Vierwaldstättersee konnte er sich aber nüm verstecken, also schnell eine Foto Session durchgeführt. Auch die herzigen Frösche hinter dem Hag haben nur ungläubig geschaut, was tut ihr nur???

Gut gelaunt, glücklich und mit vielen Impressionen kehren wir nach Hause zurück .

Es war toll! Würkli!

Angeguckt

3 Comments Hinterlasse einen Kommentar

  1. Ich bin gerade per Zufall über unsere Fotos vom letzten Besuch in Gruyère gestoßen. Ich habe aufgrund unseren heutigen 10. Hochzeitstages im digitalen Foto-Album herumgewühlt und dabei die genannten Fotos aus dem Jahre 2009 gesehen. Ein echt faszinierender Ort, dem ich auch mal eine digitale Malerei gewidmet habe…

    Und offensichtlich ist dort weiterhin ziemlich die Zeit stehen geblieben – dein Bericht liest sich wie meine Besuche damals… Gruyère Käse, Cailler Schoki, Doppelrahm und Meringues… Hmmmjammm

    Liken

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