Die tägliche Dosis

Da ich ja no chli havariert bin und den ungeliebten Nierenstein immer noch fest arretiert mit dem implantierten Stant in mir trage, gibt dies mir doch die Möglichkeit, das Ganze etwas in Ruhe zu verarbeiten zu können.

Ich muss sagen, den Bericht über meinen Aufenthalt im Spital finde ich auch nach mehrmaligem Nachlesen absolut zutreffend: Da bereue ich kein Wort- Ich stehe dazu. Auch wenn ich gegen Ende des Aufenthalts seelisch immer fragiler wurde(!). Mit Nierenstein ins Spital, emotional total am Boden wieder raus. Inklusive Nierenstein.

Eigentlich Tragisch!

Mittlerweile habe ich wieder begonnen zu arbeiten, erst drei Tage zuhause mit Homeoffice, dann nahm ich den Arbeitsweg wieder auf mich. Obwohl keine zwei Wochen vergangen sind, war ich anfangs doch chli nervös. Obwohl ich mit Homeoffice meine Arbeiten schon chli abschaffen konnte, fühle ich mich, als hätte ich ein Sabbatical hinter mir.

Der Tag verläuft recht gut, nur merke ich, dass irgendwas in meinen Innereien schabt, das Urinlösen tut nicht weh, aber es sieht beim brünzlen aus wie ein Kafi Luz.

Seelenbepinseln ist jedoch die Reaktion meiner Arbeitskollegen. Sogar der neue CEO fragt ehrlich nach meinem Befinden. Denn die haben mich alle sehr vermisst, und sei es nur zur Kaffeepause, smile.

Tut gut.

Die Schmerzen werden langsam erträglich, das dauernde Seitenstechen- Da habe ich mich irgendwie daran gewöhnt. Manchmal merke ich einen Zug, wenn ich Wasser löse. Aber im Vergleich zu vor zwei Wochen- Würkli paradiesisch.

Nun muss ich noch zwei Wochen warten, es war der frühest mögliche Termin, denn der Urologe operiert nur einmal pro Woche. Dann wird der Stein sowie der gelegte Schlauch mittels einem Eingriff durch die Harnröhre rausgenommen. In Vollnarkose, da bin ich scho no froh. Und da der Schmerz nun langsam erträglich wird, stehe ich dies schon bis dann durch.

Hoff ich mal.

Der nächste Aufenthalt im Spital wird planbar und auch besser organisiert. Ich kann mich, da auch ich mich über Nierenstein informiert habe, auch Paroli bieten. Ich will einfach möglichst schnell wieder nach Hause. Urin sieben und Medikamente nehmen, das kann ich Zuhause auch. Geht eh besser daheim.

Zusätzlichen Schub gibt mir ein grossartiger Schriftsteller aus Zug mit seinem klasse Bericht über diverse Krankenhäuser und deren Personal, welche er selbst erfahren musste, um seinen Krebs zu behandeln.

Seine Idee, Spitäler und sein Personal zu beurteilen finde ich klasse!! Dass das noch keiner professionell aufgezogen hat? Da wäre noch riesiges Potential vorhanden! Den Pflegestandard endlich auch auf Hotellerieniveau zu steigern. Denn was nützt die beste Küche mit diversen individuell zusammenstellbaren Menu’s, wenn der betreuende Teil um Welten hinterher hinkt? Der beste Kaninchenbraten wird zur verbrannten Cervelat, weil sich (und dich) das Pflegepersonal falsch informiert. Und wenn man dann freundlich darauf hinweisen tut, Angst haben muss, eine Überdosis Wasweisich verabreicht zu kriegen…

Aber zurück zum Schriftsteller: Er war unter anderem auch in dem Spital, welches ich „geniessen“ durfte. Und seine Einstellung deckt sich mit meiner ganz gut -Ausser der Notfallstation- Diese kriegt von mir verdientermassen drei Sterne!

Hier sein Bericht– ich warne dich vor- Du brauchst Zeit ihn zum lesen, es ist eine regelrechte Odyssee. Aber lohnt sich. (Danke, Mama für den link).

So nehme ich brav (meist emel) meine Tabletten, und rüste mich für Rrrrrunde Tswei!

Persönliches

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