Nach einem feinen und reichhaltigen Frühstück gings gemütlich von Aix-les-Bains los.

Ein bisschen Spiritalität tut meistens gut. Wir konnten uns grad noch zurückhalten…

Dann wird gepackt.

Das Hotel des Eaux ist also sehr empfehlenswert.

Wir fahren zum etwa drei Kilometer entfernten Lac du Bourget, dem grössten See Frankreichs.

Am Hafen wird tüchtig am Riviera-Feeling gefeilt. Es ist recht chic, und une Ballade au bord de l’Eau scheint hier das Wichtigste zu sein.

Sehen und gesehen werden.

Die Aussicht ist toll, das Wetter spielt voll mit.

Wir tuckern dem See entlang.

Auch einen point de vue gibt’s- On y va!

Nun geht’s aber zur Abbaye de Hautcombe.

Denn hier schliesst sich ein Kreis.

Bis ins 15. Jahrhundert benützten die Grafen und Herzöge von Savoyen die Klosterkirche von Hautecombe als Grablege für die Verstorbenen ihrer Dynastie. Als das Herzogtum Savoyen im Königreich Piemont-Sardinien aufgegangen war, fanden auch einige der sardischen Könige und später dann auch der aus diesem Familienstamm hervorgegangene letzte italienische König, Umberto II, in Hautecombe ihre letzte Ruhestätte.

Also wiederum was, was ganz tief im Herzen der Savoyarden verwurzelt ist.

Wir haben ausnahmsweise den Samstag als Besuchstag ausgewählt, respektive unsere Reise so ausgelegt, dass wir an diesem speziellen Tag hier sein können: Es ist europäischer Denkmaltag, und dieses Kloster öffnet Räume, die sonst äben nicht zugänglich sind.

Wie du weisst, sind wir für söttige Sachen gerne zu haben. Etliche Berichte zu Besichtigungen an diesem speziellen Tag gibt es zuhauf auf diesem Blog.

Drum sind wir nun hier.

Wir beginnen mit der Besichtigung des äusseren Teils der Anlage, die Kirche heben wir uns zum Schluss auf.

Wunderschöne Anlage mit bilderbuchmässiger Aussicht.

Die kleine St. Andreaskapelle fasziniert mit dem tiefblauen Gewölbe.

Drin gehen wir am Kreuzgang direkt zu den Chambres de Roi. Die sind nämlich sonst nicht geöffnet. Diese Räume gehörten von 1826 bis 1983 den Ducs de Savoie und den Königen von Italien (wir wissen ja, dass die alle aus Savoyen stammten).

Die Aussicht vom Balkon ist königlich.

Merci de ne pas s’assoir.

Echtjetz?? Hihi.

Im Erdgeschoss das Esszimmer der Mönche besichtigt, auch nicht grad von schlechten Eltern.

Der Garten ist recht rausgeputzt und mit viel Liebe bedacht. Überall sind Sitzgelegenheiten verteilt, so schön!

Vom wunderschönen Garten gehen wir nochmals zum Kreuzgang.

Ganz geschickt gemacht die heutige Degustation von Wein und Bier von hier. Da sind die anwesenden Franzosen sofort mit Feuer und Flamme dabei.

Wir lassen es sein, und auch Helgeli brauchen wir keine.

Wir gehen noch in die kleine Kapelle, denn da steht das Grab von König Umberto II und seiner Frau Maria José.

Nun haben wir ja alles gesehen- gehen wir?

Oh nein, die Kirche selbst ist nur mit Audioguide begehbar, erst zögern wir, dann kommen wir aus dem Staunen nüm raus.

Ich sage dir, ich hab ja schon etliche Kirchengebäude gesehen.

Aber dies übertrifft alles bei weitem! Der Audioguide spricht immer vom Stil Flamboyant.

Flamboyant auf Deutsch bedeutet:

Extravagant, prunkvoll, farbenprächtig, exzentrisch, auffällig.

Genau diese Wörter kann man für den Innenraum dieser Kirche sehr gut gebrauchen.

Aber schau selber:

Das MUSS man mit eigenen Augen gesehen haben. Diese Pracht, diese Fülle, diese Eleganz.

Einfach absolut schön!

Wir verlassen nun das königliche Kloster.

Wir brauchen nun Erholung von der flamboyanten Überflutung!

Nun geht’s nach Chambéry. Das Nachtlager aufschlagen.

Der obligate Monaco.

Und der Abend ist wieder mal herrlich.

Wir lassen uns kulinarisch zur Bretagne entführen, geniessen zu Galets den Cidre doux, und schwelgen in den Erinnerungen an die schöne Zeit im Nordwesten von Frankreich.

Fein wars!!

Bisou!

Flamboyant!

Bonne nuit!

Kategorien: Savoyen

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