
Chambéry. Die Stadt der Savoyarden.
Die Stadt (ämel die vieille ville) sendet uns einen starken wärmenden Charme aus. Es sind erstaunlich hohe Häuser, die hier die Gassen und Plätze säumen, das Zentrum ist weitgehend autofrei.
Es gibt viele Gemeinsamkeiten mit anderen Städten. Die Traboules, welche man von Lyon kennt, sind hier gefühlt grösser an der Anzahl.


Und die Rue de Boigne erinnert doch frappierend an die gedeckten Passagen in Turin.

Chambéry.

Torino
Böse Zungen würden behaupten, dass Torino eine opulente Kopie Chambérys sei. Nicht nur wegen den Duc’s de Savoie, die von hier nach Torino übersiedelten.
Ein kurzer Abriss gefällig?
Die Savoyer verlegten ihren politischen Schwerpunkt von Chambéry nach Turin im 16. Jahrhundert:
- 1418 gelangte Turin unter die Herrschaft der Savoyer.
- 12. Dezember 1562 zog Herzog Emanuel Philibert von Savoyen feierlich in Turin ein und erklärte die Stadt zur neuen Hauptstadt anstelle von Chambéry.
- 1563 wurde die Verlegung der Hauptstadt offiziell vollzogen.
Der Grund war vor allem die strategische Lage: Chambéry lag unmittelbar an der französischen Grenze und war mehrfach von Frankreich besetzt worden. Torino lag östlich der Alpen und war für die weitere Ausrichtung des savoyischen Staates auf das Piemont günstiger.
Aber Chambéry war Erster. Hihi.
Chambéry zählt heute zu den französischen Städten, die für ihre bedeutende Startup-Wirtschaft das staatliche Label French Tech erhalten haben.
Wir starten mit der Besichtigung des Schlosses der Duc du Savoie.





Hier eine Kopie des Grabtuches, welches seine Echtheit bis heute nicht schlüssig bewiesen werden konnte.

Hier wurde es auch -und das ist bewiesen- angekokelt.
Parbleu!




Wir kriegen exlusiven Einblick ins Büro der Präfekturin. Ein Privileg, das erst zum zweiten Mal dank dem Jour de patrimoine gewährt wird.
Auch mal interessant wie ein anderes Land regiert wird, seine politische Struktur kennenzulernen, seine guten und auch weniger agilen Strukturen zu begreifen.
Den Blick vom tour demi-ronde (der ist würkli halbrund) lohnt sich!










Ebenso ein Blick in den Ratssaal.


Du siehst, bei meinen Blog kommen alle Genres zur Geltung, smile.



Wir schlendern gemütlich in die Stadt, und gönnen uns einen (Sonntags!)- Kaffee.

Sache gitts….
Nun gehen wir ins Kloster. Also in den Kreuzgang. Hier hats erstaunlich bequeme Liegestühle.





So bequem, wir gönnen uns einen Mittagsschlaf.

Wir gehen nun die angrenzende Kirche von Franz von Sales (wir erinnern uns, das Grab haben wir in Annecy in der Basilica de la Visitation gesehen).








Schau genau! Die Kirche ist übervoll mit Trompe- l‘ oeils!
Ein Trompe-l’œil (französisch für „täusche das Auge“) ist eine illusionistische Malerei, die mit Hilfe von Perspektive und Licht dreidimensionale Räume oder Gegenstände auf einer flachen Oberfläche vortäuscht.
Wir bleiben sitzen und kommen in den Genuss eines stündigen Vortrags über die Orgel und ihre 3000 Pfeifen.

Das war extrem interessant!!

Der Organist spielte live mit Übertragung auf dem Beamer, unten erklärt der Mâitre die Funktionsweise, die verschiedenen Orgelpfeiffen und kleine intressante Feinheiten über dieses zu Unrecht der Kirche vorenthaltenen Musikinstrumentes.

Das war aber mega interessant. Eine ganze Stunde wurde erklärt, georgelt und Fragen beantwortet!
Das war genial.
Merci beaucoup.
Zufällig geraten wir noch in eine weitere Führung:
Wir besichtigen ein Theater.








Unverhofft, aber mega kool!!
Danke dem europäischen Denkmaltag. Wir konnten viele Sachen angucken, zu denen wir sonst keinen Zugang bekommen hätten.
Wir finden das eine gute Sache!
Apero!

Wir entscheiden, wir essen hier was:
Tartine du moment mit Poulet, Käse, Tomaten Basilikum.
Und auf unseren Wunsch ohne Geissenkäse, sondern mit Kuhkäse.

Das reicht sogar noch für ein kleines Dessert.





Bisou!
Bonne nuit!
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