
Überleg mal.
Savoyen.
Was bedeutet das Wort Savoyen für dich?
Was kommt dir da in den Sinn?
Sind es edle Häuser wie das Hotel The Savoy? Das wohl berühmteste Luxushotel an der Themse in London, eröffnet 1889, das für seine reiche Geschichte, Prominenz und den legendären Koch Auguste Escoffier bekannt ist?
Oder das Mandarin Oriental Savoy? Ein traditionsreiches 5-Sterne-Hotel am Paradeplatz im Herzen von Zürich?
Der Savoy Ballroom, ein historischer und einflussreicher Jazz-Tanzclub in Harlem, New York City?
Das Savoy Filmtheater in Hamburg?
Kaffeehäuser wie das Café Savoy in Prag oder Wien?
Es wirkt gleich viel glamouröser und stilvoller, wenn man ein Savoy vornedran hängt. Savoy Rössli oder Savoy Schlüssel, das musst du doch zugeben, obwohl hier grad erfunden, tönt noch recht von Welt, so wo die Reichen und schönen flanieren. Ein Flûte erlesenster Champagner in der Hand tragend, rote Teppiche liegen im marmoren Foyer, und Kristalllüster…
Oh, ich schweife ab..
Oder kennst du den Begriff von der kulinarischen Seite her?
Das Fondue Savoyarde: Der absolute Klassiker unter den Käsefondues. Es besteht traditionell aus einer geschmolzenen Kombination der drei regionalen Käsesorten Beaufort, Comté und Emmentaler, verfeinert mit trockenem Weißwein und Knoblauch.
Gratin Savoyard: Eine Variante des klassischen Kartoffelgratins. Im Gegensatz zum Gratin Dauphinois wird hierbei komplett auf Sahne und Milch verzichtet; die Kartoffelscheiben garen stattdessen in einer kräftigen Rinder- oder Gemüsebrühe und werden mit lokalem Käse überbacken.
Omelette Savoyarde: Ein herzhaftes Omelett, das mit gewürfeltem Speck, Kartoffeln und lokalem Alpkäse (wie Reblochon oder Beaufort) gefüllt wird.
Diots de Savoie: Herzhafte, oft mit Muskat gewürzte Schweinswürste, die traditionell auf einem Bett aus Zwiebeln und reichlich Savoyer Weißwein geschmort werden.
Nicht vergessen:
Pfirsich Melba (Pêche Melba): Dieses weltbekannte Dessert erfand Escoffier im The Savoy zu Ehren der australischen Opernsängerin Nellie Melba. Es besteht aus pochierten Pfirsichen, Vanilleeis und einer süßen Himbeersauce.
Oder
Savoiardi (Löffelbiskuits): Das klassische, längliche Zuckergebäck, das heute vor allem als unverzichtbare Basis für das italienische Tiramisu bekannt ist. Ihr Ursprung geht historisch auf den Hof des Herzogtums Savoyen zurück.
Jetzt kommen wir der Sache schon näher. Das Herzogtum Savoyen.
Hier haken wir ein.
Es geht um die Gebietsbezeichnung Savoyen.
Dazu kläre ich nun ein bisschen auf:
Die Dynastie der Savoyarden entstand im Jahr 1003 im alpinen Grenzgebiet zwischen Frankreich, der Schweiz und Italien. Sie waren zuerst Grafen, ab 1416 Herzöge von Savoyen. Die Grafen von Savoyen kontrollierten wichtige Alpenpässe und Handelswege. Ihr Einfluss erstreckte sich zeitweise über das historische Savoyen, das sich südwärts des Genfersees in die bergigen Täler erstreckte, das Piemont, Teile der Westschweiz (wie das Waadtland und Genf) sowie wichtige Alpentäler.

Bis ans Meer mit Nizza reichte das Königreich Sayoyen!
Haupt- und Residenzstadt war zunächst Chambéry, ab 1563 dann Turin. 1860 wurden Savoyen und Nizza im Rahmen eines Abkommens an Frankreich abgetreten.
Vittorio Emanuele II. wurde 1861 zum ersten König des vereinigten Italiens. Von da an bis 1946 stellte das Haus Savoyen alle Könige des geeinten Italiens.
Vittorio Emanuele II war ein passionierter Jäger, der auch in den Wintermonaten seiner Leidenschaft intensiv nachging. Im Rahmen einer Jagdgesellschaft verbrachte der Monarch Ende Dezember 1877 eine Nacht im Freien, doch die kalte Feuchtigkeit erwies sich für seine ohnehin empfindliche Lunge als fatal. Er zog sich eine Erkältung zu, die sich zu Fieber und Schüttelfrost ausweitete. Am 9. Januar schließlich verstarb Vittorio Emanuele II schon im Alter von 57 Jahren in Rom.
Sein ältester Sohn und Nachfolger Umberto I ließ ihn nicht in der Basilika von Superga, der traditionellen Grablege des Hauses Savoyen in der Nähe von Turin, sondern im Pantheon in Rom bestatten. Der Basilika von Superga -man möge sich wohlwollend daran erinnern- haben wir hier einen Besuch abgestattet.

Mit diesem Schritt des Grabes in Rom sollte der Anspruch des Königreichs Italien auf Rom als Hauptstadt untermauert werden. Die Grabstätte im Pantheon wurde in der Folge zu einem Wallfahrtsort für Hunderttausende von Italienern aus allen Regionen des Landes.

Auch hier waren wir schon mal, wie das Fotti beweist.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und einem Referendum wurde die Monarchie in Italien abgeschafft.
Der letzte König Umberto II. starb am 18. März 1983 in Genf. Er wurde in der Abtei Hautecombe in Frankreich beerdigt. In seinem Testament hinterließ er das Turiner Grabtuch, das sich seit 1453 im Besitz des Hauses Savoyen befand, dem Papst und seinen Nachfolgern unter der Bedingung, dass es in Turin verbleibe.
Auch das durften wir versuchen zu bewundern.

Zu Ehren Vittorio Emanuele’s und der Erinnerung an das Risorgimento wurden das Nationaldenkmal Vittorio Emanuele II in Rom (Altare della Patria) oder die Galleria Vittorio Emanuele II in Mailand errichtet.

Da in dem Trumm drin hats mfall ganz unten und im hintersten Eck links eine Toilette- Das weiss ich aus erster Hand.
Und den Corso oder die Piazza Vittorio Emanuele II gibt es in vielen italienischen Städten.
Wir sind auf unseren Reisen nach Rom oder Turin immer wieder den Spuren der Könige aus Savoyen gefolgt. Unbewusst, aber faszinierend.
Das Schloss Stupinigi, ebenfalls besucht, war ja „bloss“ ein Jagdschloss der Herren aus Savoyen.

Das Schloss Racconigi– da wo mir die Küche so gut gefallen hat- war ja echt auch ein prunkvoller Palast.

Und natürlich der Königspalast in Turin.

Wie Versailles, nur lebendiger, wärmer.
Alles grossartige Zeitzeugen einer vergangenen prunkvollen Dynastie der Savoyarden.
Aber nun genug der trockenen Geschichte!
Wenn du-wie wir- hier aus der kleinen geschichtlichen Zusammenstellung viel Neues erfahren hast.
Wenn du gerne mit uns das etwas vergessene Königreich Savoyen entdecken möchtest.
Begleite uns!
Wir verbringen ein paar Tage in diesem bergigen Gebiet, besuchen Klöster/Kirchen/Burgen. Bummeln durch schöne und sehr sehr mondäne Orte. Geniessen die schneefreie Zeit im „Zermatt der Franzosen“, und werden um die eine oder andere Leckerei sicher nicht rumkommen.
Komm mit!
Gerne zeige ich dir ein uns ämel gänzlich unbekanntes ehemaliges Königreich, das meines Erachtens völlig unterschätzt wird.
Wir freuen uns, sind gespannt, was uns erwartet, und möchten gemütlich ein paar Tage in Savoyen verbringen!
Allons-y!
Savo-y!
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