
Obwohl das Hotel direkt an einem sehr belebten Platz liegt, war es die ganze Nacht über recht ruhig.
Der Frühstücksraum war just neben dem Einkaufszentrum angrenzend an die Eingangsmall. Noch speziell.


Die Auswahl ist riesig- man könnte schlemmen…

Aber wir möchten ja die uns noch zuwenig bekannte Stadt begüxeln.
Also los!












Dieses „petit France“ genannte Gebiet am Fluss, ist extrem schön, und mit einer Vielzahl von bunten Blumen geschmückt.
Dann in einen weihnachtlichen Laden, uff! Zu süss, viel zu süss.


Aber die alten Häuser sind pittoresk.

Die Thomaskirche wird grad vom Organisten auf der Orgel beschallt, mit melancholisch-leidenden Stücken. Schad. Die Orgel- das wissen wir seit Chambéry- kann durchaus mehr.


Trotzdem ist die Kirche recht schön, die Szene mit dem Tod, der den Sargdeckel hebt, und die abgelaufene Sanduhr in der Hand hält, hat mich irgendwie fasziniert.

Wahre Meisterwerke.
Dann gings am Touristenzug vorbei durch eine kleine Strasse, an der frischer Käse feilgebotenen wurde.


Wir gönnen uns eine Rast und lugen den schwappenden Touristenmassen zu.



So stehen wir vor unserem Tagesziel: Dem Strassburger Münster.
Imposant, der 142 Meter hohe, filigrane Nordturm aus rosafarbenem Sandstein, der bis ins 19. Jahrhundert gar das höchste Gebäude der Welt war.

Es sind 330 Stufen die sich am Südturm hochziehen, und auf der anderen Seite 330 Stufen wieder nach unten.
Lohnt es sich?

Auf jeden Fall.


Auch wenn du fast den Trülliwurm kriegst, weil die Wendeltreppe sich steil nach oben windet. Die Plattform ist auf 66 Meter. Hoch über dem Kirchenschiff.
Insidertipp: Geh kurz vor 13.00 Uhr zum Eingang. Um 13.00 wird der Turm unten für eine Mittagspause geschlossen, und du hast- wenn du wie wir Glück hast- die Aussichtsplattform für dich ganz alleine.

Heut ist nicht so sichtig, aber die Aussicht sind die Knieschmerzen am Abend wert.






Nach dem Abstieg (immer noch 330 Treppentritte) gehen wir in den dunklen Innenraum des Münsters.






Die ausgestellte Seite hoch im Kirchenschiff ist gigantische 5 × 7,20 Meter groß und zeigt die erste Seite des Johannesevangeliums.

Es ist aus der Gutenbergbibel, der Gutenberg, der auch mal hier eine Zeitlang (1434 bis 1444) in Strassburg war, und hier die Technologie des Buchdrucks mit beweglichen Einzellettern, einer Druckerpresse und spezieller Druckerschwärze perfektionierte.
Das Besondere an der Seite ist, dass man sie im Rahmen des Jubiläumsjahres „625 Jahre Gutenberg“ im Buchdruckverfahren Mithilfe einer computergestochenen Holzplatte hergestellt hatte. Entstanden ist sie am 26. April 2025 bei einem spektakulären Druckvorgang in Mainz. Nun hält sie den Rekord als grösste gedruckte Seite der Gutenbergbibel.
Sieht aus fast wies Original, halt einfach ein „bisschen“ grösser. Für mich als Jünger Gutenbergs schon noch speziell.



Ein gewaltiger Bau!! Die farbigen Fenster machen den sonst tristen Innenbau der Kirche etwas freundlicher.




Eine astronomische Uhr haste hier auch noch.
1539 wurde im Münster der erste urkundlich belegte Weihnachtsbaum der Welt aufgestellt.
Für mich immer noch suspekt.
Eine Tanne?
Geburt Jesu?
Egal.



Wahnsinn, was man da an einem Gotteshaus hingestellt hat. Leider- und das gibt mir wieder zu denken- konnte man im Innern der Kirche nur hinter Säulen und nebenussen sitzen, die Sitzgelegenheiten in der Mitte waren abgesperrt. Wird man so willkommen geheissen? In einem Haus, das doch eigentlich für alle offen sein sollte?
Vielleicht reagiere ich zu sensibel, aber die sinkenden Mitgliedszahlen der Christlichen Kirche zeigen doch, dass diese Glaubensgemeinschaft an der Menschheit vorbeipredigt.
Soll uns nicht weiter beschäftigen- wir treten auf den Schlossplatz vor der Kirche.
Und sehen ein Gebäude, das überhaupt nicht hier hin passt. Aber ein bisschen Pariser Chic mitbringen tut.
Das Château de Rohan.
Ein wunderschöner Innenhof. Sogar mit Liegestühlen- Das probieren wir doch aus.

Das mit den Liegestühlen kennen wir von Chambéry- Da waren sie auch einiges bequemer.

Meine Füsse und Beine müssen auch bitz ausruhen. So ein Liegestuhl ist schon noch bequem. Hihi.

Was macht denn der Lieferwagen hier?
Hmmm, war da nicht “kürzlich“ was Ähnliches mit dem Louvre? Hat er jetzt ächt das Château de Rohan ausgeraubt?
Und wir ahnen noch nichts??
Wir sind gespannt, öb in gut 10 Minuten die Police national eintrifft.

Tut sie natürlich nicht.
Ich sehe auch überall einen Krimi, schmunzel.
Wir schlendern einmal ums Schloss ummen.


Unter den alten Bäumen gönnen wir uns eine Cola und ein feines Sandwich.

Der Spaziergang der Nase nach gefällt uns, wir gehen weiter.










Weg vom Touristen-Trubel, den Baton-Mouches, und all den überfüllten, sehr eng gestuhlten Restaurants.










Finden ganz viele schöne Ecken, und stehen plötzlich wieder vor unserem Hotel mit angehängtem Einkaufscenter.
Wie cool ist dass denn:

Vom Hotel direkt in den Laden! Das wussten wir zu nutzen.
Unsere neu erworbenen Schätze schnell ins Zimmer gebracht, und den dünnen Faserpelz unter den Arm genommen.

Sicht aus dem Zimmer. Der dunkle spitze Turm ist das Münster, da wo wir heute oben waren, jahaa.

Heut gönnen wir uns einen grossen Monaco.

Und werden von freundlichen Münchnern gefragt, was denn das sei, was wir trinken.
Da haben wir wohl jemanden gluschtig gemacht, hm??
Dazu gabs

Flammkuchen.
Natürlich.
Einmal mit Knoblauch/Schnittlauch/Speck.
Einmal mit Münsterkäse/Zwiebel und Speck.
Lecker!!



Später noch ein Lichi-Glace.

Und die Pläne für morgen und Samstag gemacht.
Du darfst gespannt sein, es wird wieder sehr abwechslungsreich.


Bonne nuit!
Grand Bisou!
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