Gerade eben noch mitten im Leben- und schon müssen wir Abschied nehmen von einem lieben Menschen, einem Bekannten, einem Freund. Tief war die Beziehung nicht, eher geschäftlich. Ab und zu haben wir uns gesehen, wir schwatzten ein bisschen, haben viel gelacht. Durch ihn lernte ich die grossartige Atmosphäre des Nachtmärts in Zug als Aussteller kennen, durch ihn kam ich auch an ganz lieb gewonnene Stücke, welche ich in unserer Wohnung aufbewahre. Er hatte auch immer Freude, wenn wir mit vollbepacktem Auto mit Sachen für ihn oder auch nur zu Fuss mehr oder weniger regelmässig vorbeischauten, und sich auch unsere Gesichter aufhellten, wenn wir ihn sahen.
Heute waren wir wieder da. Aber er ist nicht mehr. Da ist die Leere. Insgeheim hoffe ich, er komme jeden Moment um die Ecke. Ich würde ihn umarmen und weinen.
Wieder einmal mehr zeigt mir das Leben wie hart es ist, aufzustehen, weiterzugehen, irgendwie den Rank wieder zu finden. Und alles etwas in Relation zu stellen.
-Ärger mit der Büronachbarin, weil sie schon wieder vergessen hat, das Telefon umzustellen?
-Wütend darüber, dass ein Anderer deinen Parkplatz genommen hat?
-Der Bus zu spät kommt, und dadurch der Zug schon abgefahren ist?
Solche Beispiele unseres Lebens gibt es tausende- millionenfach. Und auch du ärgerst dich, weil etwas nicht so geht, wie du es willst.
Aber seien wir ehrlich: Wirkt dies im Vergleich nicht lächerlich, kleinlich?
Werden wir nicht durch so Nachrichten des Todes e bitz auf den Boden zurückgezogen, und reihelen wir nicht unsere Prioritäten chli anders??
Manche machen’s für einen Augenblick, Andere zehren länger davon, und wieder Andere krempeln ihr gesamtes Leben nach so einem Schicksalsschlag völlig um.
Je mehr wir lernen, unsere Prioritäten richtig zu setzen, desto glücklicher werden wir.
Somit ist jeder Todesfall schlussendlich auch eine Chance- ein Glücksfall.
Felix- du fehlst
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