Keine Angst- sieht schlimmer aus, wies ist! Aber nachdem mein Bruder meinen «Porsche»- Schlauch bewundert hat, musste ich doch dieses Bild nehmen, smile.

Es geht ja hier um Teil 2 meiner kleinen Odyssee, die Entfernung meines Nierensteins. Den Termin habe ich bereits seit einem Monat. Ich war ja kaum wach von der Narkose, hat man mir schon den Termin in vier Wochen zum Entfernen meines Unspunnenstein’s gegeben.

Im Nachhinein ging die Zeit schon schnell vorbei, aber du weisst ja, wenn man auf was plangen tut…

In der Zwischenzeit im Job chli vorgearbeitet, weil ich doch schon wieder eine Woche am Arbeitsplatz fehle. Und als äussersten Notfall hab ich wieder Homeoffice organisiert. Also bin gut vorbereitet.

Und an der Vorbesprechung im Spital haben sie mir genau erklärt, was nun abgeht. Das war sehr gut. Es mussten alle (etwas verdeckt vielleicht) grinsen, als sie mich nach dem ersten Aufenthalt im Spital erkundigt haben. Und versichern mir, das auf der Chirurgie dies so nie passieren würde. Naja, euer Wort in Gottes Ohr, sag ich da mal.

Sie haben mir sogar einen OP Termin nennen können. Am Montag um 15.30 Uhr sei sie geplant, ich solle um 12.00 Uhr im Spitalzimmer sein. Essen bis 06.00, trinken bis 10.00 Uhr erlaubt.

Puh- Das wird taff. Wer mich kennt, weiss, dass ich morgens was Kleines brauche, um in die Gänge zu kommen. Aber vor 6.00 Uhr aufstehen, um zu essen? Bei dem langen Tag? Nöö! Bäh! Keine Lust.

Isotonische Getränke seien gut, okee, dann besorgen wir uns so ein Pülverli.

Am Abend deheime gut gegessen mit selbstgemachter Pasta und einem Schluck Wein, denn so fein essen, kann ich ja die nächsten Tage nicht mehr.

Die Nacht war ruhig, ich konnte gut schlafen. Am nächsten Morgen so um halb acht bin ich aufgewacht- Ein Anruf des Spitals auf dem Handy.

Oje!!

Sofort ziehen an mir Szenarien vorbei: «…Keine OP möglich heute….verschieben….Notfall…. Terminkollisionen… tut uns leid… ev. In zwei Wochen….»

Aaaaaarrrgh!!

Aber nix da: Die freundliche Frau erkundigt sich, ob ich ächt heute nicht schon früher zur OP erscheinen könnte.

Whut??!!

Klar kann ich! Klar will ich!

So ergibt es sich, dass wir frisch geduscht um viertelabneun am Empfang des Spitales stehen, und harren, was da geht.

Wir werden vom Pflegepersonal in die Chirurgie gebracht, und sie konnte mir noch kaum alles richtig erklären von wegen Bedienung des Bettes/Fernseher, kam schon mein Abholdienst für den OP.

Huch!! Schnell das «schigge» Nachthemd angezogen, und vorallem die Thrombosenstrümpfe (!). Keine zehn Minuten später lag ich im Aufwachraum zur Vorbereitung.

Ums kurz zu machen- Um 11.15 war der Eingriff durch. Und ich eine Stunde später schon wieder wach.

Das ging ja huere tifig!

Nun habe ich zwei Schläuche, welche aus meinem…. (du weisst schon) kommen, der eine ist ein Blasenkatheder, der andere ein Ureterkatheter. Dieser leitet denn Urin direkt aus der Niere, quasi als Sicherheit.

Ääää-ha! Sowas.

Und ich muss sagen, tifig gings weiter am nächsten Morgen. Halb neun schon Visite. Infusion und Stützstrümpfe wegg, und ich darf in die Cafeteria. Yess!

Bekomme sehr vielen lieben Besuch, die Zeit rauscht regelrecht vorbei. Ich hab das Gefühl, auf der Überholspur zu sein, es geht dieses Mal recht zackig.

Die Nächte werden leider etwas zur Belastungsprobe, also mein Nachbar sägt nicht nur einen Wald weg, der hat ne ganze Schreinerei mit dem Jahresbedarf an Holz eingedeckt. Von 21.00 bis 07.00 Uhr. Im Akkord. Ich vermisse mein 4-er Zimmer des ersten Aufenthalts, da waren wir drei wirklich eine coole Truppe, Herr Röllin, die Cemkayas und ich. Mit ihm hier kann ich nichts anfangen, obwohl er sehr nette Kinder hat.

Egal.

Auch für das Pflegepersonal sind die zwei Katheter was Neues, und gucken genauer hin.. Nun kommt der Katheter und der Nierenkatheter weg. Dann sött ich nach einem Probebrunz und Ultraschall nach Hause dürfen.

Gaat mir das fasch echli zschnell?

Huh! Ja!

Als Resumée ist meine Nierenstein-Story hier im Kantonsspital Zug aus der Ferne betrachtet sicher interessant, wenn nicht sogar amüsant. Aber für den Betroffenen absolut eine Zumutung. Als Novizen wie mich eine komplette Überforderung, vorallen psychisch. Ich bin soo froh, hatte ich meinen Liebsten, der mich enorm unterstützt und für mich da ist.

Ich liebe dich, mein Einundalles!

Der zweite Teil war das zu schnell, was der erste zu langsam war. Und von der Qualität der Behandlung sowas von unterschiedlich, ich komme mir beim zweiten Mal wie ein Privat-Patient vor. Das erste Mal war ich der Adipöse aus dem 4-er Zimmer 258. Nun kommt alpott ein Doktor ins 2-er Zimmer. Und es geht flott fürschi. Muss mich mehrmals versichern: Molmol, ich bin im selben Spital, ja sogar auf dem selben Stock..! Einfach zwei Gänge weiter.

Verrückt!

Beim Personal gibts halt Söttige wie Söttige. Das ist überall so. Aber wenn man mit Menschen arbeitet, und die Patienten umsorgt, sollte man schon chli sensibler auf den Einzelnen eingehen.

Ich hab immer gesagt-Damals noch selbst im Kasak: Hätte ich die Behandlung auch gerne so? Würde ich da auch gerne liegen? Und vorallem: Respekt und Würde gegenüber dem Patienten. Denn jeder Mensch verdient Respekt und Würde.

Gibt es eigentlich hier keinen Fragebogen? Ich würde soo gerne meine subjektive Meinung zu meinen zwei Aufenthalten angeben. Und so wie ich höre, andere nämmli auch. Konstruktive Kritik in Form eines Quality-Managements. Selbstverständlich würde ich auch mit meinem Namen unterschreiben, hab ja eh schon so viel unterschrieben hier.

Vielleicht liest ja einer der Verantwortlichen der Klinik meinen Bericht hier? Haha!

Wobei Verantwortlich….

Da ist plötzlich schnell keiner mehr umen.

Egal. Ich konnte alles niederschreiben.

Das tut gut.

Es geht mir gut.

Ich bin wieder auf gutem Genesungsweg.

Ich freu mich.

Kategorien: Persönliches

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

Avatar placeholder

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

error: Content is protected !!