Ist er nicht prächtig? So ein würkli richtig schöner Stammbaum.

Hätt nie gedacht, nie erwartet, so was mal in meinen Händen zu halten.

Und dazu noch von meiner Familie. Bin ganz entzückt.

Es ist doch so, Geschwister, Eltern Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen, da ist noch die Übersicht einigermassen noch da. Aber Geschwister der Grosseltern? Mein Urgrossvater sogar Stationsvorsteher in Oberrüti war, damals zur Gründerzeit der SBB?

Huau!

Ich muss zugeben, diese Story hier muss ich chli ausgraben, denn die ist auch schon wieder fünf Jahre her. Damals war ich auf der Suche nach meinen Ahnen, eventuell war das auch ausgelöst durch den Verkauf unseres Stammhauses «Gass» in Hünenberg durch meinen Vater und seinen Geschwistern.

Also durchsuchte ich das Internet nach dem Familiennamen. Relativ spärlich kamen die Informationen zurück- Ist halt keine so prominente Familie mit vielen abgelegten Dokumenten und so. Eher die einfache, bürgerliche Familie.

Dass diese Familie hier in Hünenberg aber doch recht was galt, beweist der Loskauf vom Burgherrn von Hünenberg anno 1414. Auch meine Vorfahren waren namentlich erwähnt, sich aus dieser Knechtschaft erfolgreich befreit (freigekauft) zu haben, und mit 20 anderen heimischen Familien gründeten sie eine Korperation. Diese hatte den Zweck, einander zu helfen, gemeinsam die Ländereien zu den sich zurückweichenden Habsburger zu verwalten.

Diese Korporation gibt’s heute noch, die Wappen der Gründerfamilien sind heute noch im Gesellenhaus zur Wart sichtbar. Heute ist der Zweck der Korporation eher symbolisch. Wobei sie mit Wald und Landbesitz immer noch ein nicht zu unterschätzendes Gewicht der Gemeinde ist.

Eben diese Zugehörigkeit zu dieser Zwecksgemeinschaft habe ich von meinen Vorfahren geerbt, mein Grossvater war damal u stolz, als ich ihn über die Korporation ausfragte, und mich auch da von ihm einschreiben liess.

Pflichten gibt es wenige, der obligatorische gemeinnützige Walddienst wurde wegen «grosser Unfallgefahr» seitens der Bürger gestrichen. Wir kriegen einen jährlichen Obolus, als Ersatz für Landbesitz. Hier ist Landbesitz ein teures Vergnügen, wer noch hat, soll es doch weissgott behalten…

Falls ich mal einen Bauernhof führen möchte, und diesen betreiben will, müsste mir die Korporation einen Hof mit Land im Ort zur Verfügung stellen.

Hmm… So als Plan B….

Ab und zu gehe ich an die meist einstimmig abstimmenden Generalversammlungen eben in der Wart, und mache da an Entscheidungen aktiv mit. Die Korporation besitzt neben Wald und e bitz Land, einer Biogasanlage, auch mehrere Häuser und Wohnungen, auch unser Block gehört dazu.

Deshalb hatten wir gewisses Vorrecht, zum eine der begehrten Wohnungen zu ergattern. Obwohl es auch bei uns zwei Jahre dauerte, bis wir in den Block zügeln konnten (wenn keiner raus geht, kann halt auch keiner raus).

Beim Move vom 5. in den 11. Stock habe ich die Korporation- Karte ganz schön bewusst ausgespielt, der damaligen Verwalterin hat das gar nicht gepasst.

Pff!

Habens nie bereut!!

Aber eigentlich gehts ja hier um den Stammbaum.

Ich also so am recherchieren, und stosse auf einen Herr Gretener, welcher mir das herrliche Exemplar an Stammbaum überreicht.

Wir plaudern stundenlange, er weiss durch seine Recherchen sehr viel vom Gretener-Stamm. Auch dass wir trotz weiter Verästelungen von einem einzigen Urahn abstammen.

So viele unseres Namens gibts nicht mehr, der Zahn der Zeit gnagt. Auch ich werde den Namen schon von Gesetz wegen nicht weitervererben können. Henu.

Mit Hilfe von Kirchenbüchern, Einwohnergemeinden und bitz Vorarbeit meiner Tante aus Neuseeland habe ich wenigstens bis äben dem Bahnhofsvorstand von Oberrüti retourverfolgen können. Zum Baum sind es noch zirka 200 Jahre (ca. 4 Generationen), die fehlen.

Aber all daas.

Als ich den Stammbaum kürzlich wieder hervorkrame, merke ich- Ui! Da hats ja schon wieder neue Äste, neue Blätter gegeben…! Der Baum lebt, das Leben geht weiter.

Bin scho chli stolz auf den Baum, darf ich ja auch, odr?

Kategorien: Persönliches

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